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Stephan Kessler,1622 Donauwörth – 1700 Brixen

GROSSES STADTFEST MIT REICHER FIGURENSTAFFAGE, BALLSPIELERN, QUACKSALBERBÜHNE UND EINEM ELEGANTEN PAARÖl auf Leinwand. 152 x 246 cm. Sein Monogramm hat Stephan Kessler in diesem Bild auf dem Halsband des Hundes hinterlassen „I.S.K.“Schon aufgrund der zahlreichen Figuren, die an diesem Fest teilhaben, hat der Maler die Notwendigkeit dieses großen Formates gesehen. Dabei darf angenommen werden, dass manche der nobel gekleideten Ehrenmänner wohl auch Portraitzüge aufweisen. Das Fest findet auf einer Freifläche statt, umstellt von fantasievollen Palästen, Säulenloggien und Treppen sowie Kuppeln im Hintergrund. Dabei handelt es sich um eine fiktive Stadtkulisse mit Renaissance-Bauten. Die linke Bildseite beherrscht ein in großem Format ins Bild gestelltes nobles Paar, wohl soeben vom Pferd abgestiegen, das ein Knappe hält, in Begleitung eines Hundes sowie eines Schoßhündchens, Hand in Hand, die Dame hält einen Fächer. Die Kleidung verrät hochhöfischen Stand. Im Zentrum der Darstellung, auf dem frei gelassenen Feld, sind sechs hemdsärmelige Handballspieler gegeneinander angetreten, der große Ball wird mit besonders gefertigten Arm-Manschetten geschlagen, ein Ball schwebt hier bereits in der Luft, an einem anderen ist am Boden ein Knabe beschäftigt. Die Bürgerversammlung davor zeigt noble Herren in dunkler Kleidung, mit Halskrause oder weißen Kragen, dazwischen Edelknaben. Als Hauptattraktion des Festes dürfte die groß aufgebaute, leicht überdachte Bühne rechts zu sehen sein, auf der ein Wundheiler in nobler Erscheinung, mit Federhut, Schärpe und rotem Mantel sein rot gesiegeltes Diplom demonstrativ vorweist, um seine ärztliche Kompetenz glaubhaft zu machen. An der Budenrückwand ein gemaltes Reiterbild eines Herrschers, in dessen Namen diesem das Diplom wohl ausgestellt wurde. Seitlich sind übereinander mehrere gemalte Bildbeispiele von Krankheitsfällen gezeigt: ein Mann mit geblähtem Bauch, ein weiterer, der sich übergibt, sowie Frauenköpfe mit Ausschlägen im Gesicht. Weiter rechts ist die Szene eines „Zahnreißers“ zu sehen, der die Zange in den offenen Mund einer schmerzlich aufschreienden Frau führt. Auch er hat am Tisch zwei Diplome mit Siegeln demonstrativ zur Schau gestellt. Ein Harlekin in rot-weiß gerauteter Kleidung und übertrieben großer Halskrause zeigt dem Arzt die lange Nase, vielleicht um dessen Glaubwürdigkeit anzuzweifeln, in jedem Falle aber, um die Versammlung zu erheitern. Das Gemälde ist in seiner Vielfalt an Szenen, Figurendarstellungen, vor allem aber auch der Dokumentierung damaliger Verhältnisse von hohem historischem Wert, ganz abgesehen von der malerischen doch auch sehr originellen Gestaltung. Bewundernswert auch sind die Details, wie etwa die Fassadenmalereien im Hintergrund. Zweifellos ist das Gemälde als ein Hauptwerk Kesslers anzusehen.  Der Maler zählt zu den bedeutendsten seiner Zunft in Tirol. Beim Adel ebenso beliebt wie beim Klerus, konnte er sich zahlreicher Aufträge erfreuen. Quellen nennen erst das Jahr 1641, in dem er in Brixen/ Südtirol nachweisbar ist. Weit darüber hinaus bekannt geworden, gingen seine Auftragsarbeiten nach Wien und Graz. Altarbilder seiner Hand finden sich in vielen Tiroler Kirchen sowie in Museen. Fresken auch in der Liebfrauenkirche auf Säben oder im Schloss Fahlburg in Prissian. Zusammen mit Caspar Feichtmayr wirkte er 1672ff. als Freskant im Kloster Benediktbeuern. A. R. Provenienz: Landesmuseum Joanneum Graz (Inv. Nr. L. 39), Leihgabe. Literatur: Leo Weber, Der frühbarocke Festsaal und seine Deckenbilder im Kloster Benediktbeuern, München 1996. Peter Stoll, Der Südtiroler Barockmaler Stephan Kessler in Schwaben. Zwei biblische Gastmähler und eine Arche Noah, Augsburg 2012. (1281371) (11)Stephan Kessler,1622 Donauwörth – 1700 BrixenLARGE CITY FESTIVAL WITH RICH FIGURE STAFFAGE, BALLPLAYERS, STAGE AND ELEGANT COUPLE Oil on canvas.152 x 246 cm.Stephan Kessler's monogram “I.S.K.” can be found on the dog´s collar. This is undoubtedly a major work by Kessler. Provenance: Landesmuseum Joanneum, Graz (inv. no. L. 39) on loan.Literature:L. Weber, Der frühbarocke Festsaal und seine Deckenbilder im Kloster Benediktbeuern, Munich, 1996.P. Stoll, Der Südtiroler Barockmaler Stephan Kessler in Schwaben: Zwei biblische Gastmähler und eine Arche Noah, Augsburg, 2012.

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Stephan Kessler,1622 Donauwörth – 1700 Brixen

估价 130 000 - 150 000 EUR

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拍卖: 9月 23日 星期四 - 11:00 (CEST)
munich, 德国
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